Die zunehmende Globalisierung und die politischen Entwicklungen der letzten 30 Jahre rücken den Europäischen Raum des östlichen Mittel- und Osteuropas immer stärker in das Blickfeld der Politik und der öffentlichen Wahrnehmung. Die politische und gesellschaftliche Entwicklung dieser Länder ist ohne die Theologie und Geschichte ihrer Kirchen nie ganz zu erfassen.

Die aktuelle Lage im Nahen Osten und der Zustrom von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten bringt nicht nur Angehörige des muslimischen Glaubens sondern auch Christen zu uns, deren Kirchen zu den ältesten Gemeinschaften der frühen Christenheit gehören.

Eine Auseinandersetzung mit den orthodoxen und altorientalischen Kirchen ist dadurch unerlässlich und vor allem für die Pastoral und Religionspädagogik in heutiger Zeit von großer Bedeutung.

Unser Anliegen ist es, das geistliche Erbe und die gottesdienstlichen Ausdrucksformen der östlichen Kirchen bekannt zu machen und mitzuhelfen, dass die getrennten Christen wieder zueinander finden. Dies geschieht zunächst durch einen Überblick über die liturgischen Traditionen des Christlichen Ostens (FTH 04 – VO, Einführung in die Ostkirchen). Dieses Spektrum wird ergänzt durch Vorlesungen aus der Patrologie (FTH 15 – VO Grundkurs Patrologie; FTH 20 – VO Aufbaukurs Patrologie). Die Lehre der Kirchenväter kann beschrieben werden als Literaturkunde zum nachbiblischen Schrifttum des 2.-9. Jahrhunderts. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Exegese, der dogmatischen Theologie, der Liturgik, der Kirchengeschichtsschreibung, der Spiritualität und Aszetik, der Homiletik, der Kirchendichtung und dem Kirchenrecht.

Seminare und Exkursionen – teilweise in interfakultärer und interdisziplinärer Zusammenarbeit - runden das Angebot ab.

Ferner kann ein Masterstudiengang Orthodoxe Religionspädagogik absolviert werden, der österreichweit nur an der Universität Wien angeboten wird.