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Die Ausdehnung des Habsburgerreiches nach Ost- und Südosteuropa führte zu einem Zuwachs orthodoxer und griechisch-katholischer Bevölkerungsgruppen in der Hauptstadt Wien. Die Gesellschaft und die Verwaltung wurden so mit Traditionen konfrontiert, die ihnen fremd waren. Ferner bedingte die pastorale Betreuung der Glaubenden in ihrer liturgischen Tradition die Schaffung neuer Strukturen. In der Auseinandersetzung mit den neuen Herausforderungen wurde die Katholisch-Theologische Fakultät bei Fragen zu den Ostkirchen wiederholt zu Rate gezogen.

Das Zweite Vatikanische Konzil, dessen Entscheidungen, und die Errichtung der Stiftung Pro Oriente durch Kardinal König führten zu einer Vertiefung des Fachgebietes Ostkirchenkunde. So kam es im Wintersemester 1975/76 zur Einrichtung des Lehrstuhls und des Instituts für Patrologie und Ostkirchenkunde an der Theologischen Fakultät. Es schaut damit auf eine vergleichsweise junge Geschichte zurück. In den 40 Jahren seines Bestehens konnte es sich allerdings eine große Bekanntheit im nationalen sowie internationalen Bereich erarbeiten.

Das Fach Theologie und Geschichte des Christlichen Osten gehört seit 2012 zum Institut für Historische Theologie.

Seine Aufgabe ist das Studium der kirchlichen Traditionsströme, die in altkirchlicher Zeit im Ostteil des Römerreiches beziehungsweise östlich des Reiches beheimatet waren, gegenwärtig aber – wie auch die lateinische (abendländische) christliche Tradition – weltweit verbreitet sind.

Das gemeinsame Erbe der Kirchen im Westen und im Osten ist die Heilige Schrift, wie auch die Tradition der ersten christlichen Jahrhunderte: die Schriften der Heiligen Väter. Das Studium der Patrologie ist die unverzichtbare Grundlage, um die Theologie der östlichen Kirchen und ebenso der katholischen Kirche selbst zu verstehen.

Für ein Verständnis zwischen den christlichen Kirchen und den von ihnen kulturell geprägten Völkern ist das Wissen um die verschiedenen Traditionen und der Respekt ihnen gegenüber unerlässlich. Das Fach Ostkirchenkunde übernimmt daher neben dem Studienauftrag zu den genannten kirchlichen Aspekten auch einen Auftrag im Dienst der Ökumene und der Völkerverständigung.